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Juli´s Blog: Ein Tag im Kumbali Kindergarten

Der Kumbali Kindergarten fängt um halb neun an. Wir müssen 10 min. laufen, dann sind wir da, meistens kommen die 60 Kinder erst kurz nach uns. Als erstes gehen wir in die erste Klasse, wo die Kinder 3 bis 4 Jahre alt sind. Der Unterricht fängt mit der Begrüßung an, (die Kinder schreien immer) danach schreiben sie, rechnen, lernen Englisch oder malen etwas. Jetzt gehen wir raus und machen Kreisspiele, z.B. Faules Ei oder mein rechter rechter Platz ist leer. Endlich ist Pause, bis vor kurzem hatten sie nur drei Autoreifen zum Spielen, doch Silas und ich haben daraus zwei Reifenschaukeln gebaut. In der Pause kochen die Mütter einen Brei für die Kinder. Um zwölf ist der Kindergarten dann aus, und alle gehen nach Haus.

Viel Kumbali und eine Verschnaufpause


Donnerstag ist nochmals ein Feiertag, diesmal ein islamischer. Anscheinend hat die Regierung vor kurzem beschlossen, auch einige islamische Feiertage mitaufzunehmen – auch wenn hier nur ein kleiner Teil der Bevölkerung (20%) muslimisch ist, der überwiegende Rest ist christlich. Es findet also wieder kein Kindergarten statt. Stattdessen wollen wir einem der beiden Klassenzimmer einen neuen Bodenbelag verpassen. Dieser besteht aus getrocknetem Matsch, der alle zwei Wochen erneuert werden muss.

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Ein Gefolge wie ein König

Nachdem wir heute Morgen einmal wieder (eigenen) Schulunterricht mit Silas, Juli und Mio gemacht haben, weil hier nationaler Feiertag und daher auch kein Kindergarten ist, treffen wir uns um zwei Uhr mit Haiwa am Kindergarten. Zu Fuß gehen wir gemeinsam nach „Lands End“ und „Canada Camp“, das sind die beiden Dörfer, in deren Einzugsgebiet der Kumbali Kindergarten liegt. Sie liegen nicht weit von Lilongwe entfernt, es handelt sich definitiv nicht um einen Slum, und doch sind die Menschen hier ärmer als alles, was wir bisher gesehen haben!

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Kumbali, Madonna und andere Gegensätze

Seit Sonntag sind wir hier, ca. 12 km nordöstlich von Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Wir haben unser Camp im Cultural Village der Kumbali Lodge aufgeschlagen und das muss man sich so vorstellen: Die eigentliche Lodge ist sehr nobel und sehr teuer. Sie ist umgeben von grünen Wiesen, hohen alten Bäumen, sie hat ein Restaurant, eine Bar und einen schönen Pool mit Liegestühlen. Bei unserem ersten Anblick am Samstagabend waren wir schon sehr beeindruckt. Ganz zu schweigen davon, dass heute Madonna mit ihrem Gefolge hier eingetroffen ist und die gesamte Lodge für diese Woche gemietet hat.

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Sambia auf der Durchreise: Tomatentag, Farmtag, Streittag und Äpfelchentag

1. Tag: Tomatentag
Wir verlassen Livingstone am Dienstag nach dem Schulunterricht. Am Vormittag können wir sogar noch schnell eine neue Versicherungskarte (Third-Party-Insurance für Onkel Deutz: COMESA-Card, gilt für alle nördlichen Länder) organisieren. Damit sind wir auf jeden Fall beim nächsten Grenzübergang auf der sicheren Seite …
Die Straße ist sehr ordentlich, es gibt nur wenig Schlaglöcher und wir kommen mit einem Durchschnitt von 65 km/h gut voran. Die Orte, an denen wir nun vorbeikommen, geben ein gänzlich anderes Bild ab als alles, was wir bisher gesehen haben. Nichts im Vergleich zu Südafrika. Auch Botswana war nur eine Zwischenstation. Hier ist Afrika. Mittendrin. Die meisten Menschen schlafen in einfachsten Bambushütten, die am Wegesrand stehen. Pro Familie gibt es meist zwei Lehmrundhütten, eine „offene“ Hütte ohne Wände und manchmal noch ein kleines Mini-Steinhäuschen. Das alles steht im Kreis auf einem sandigen, aber sauberen Platz. Die Menschen sitzen auf niedrigen Eimern oder anderen Sitzgelegenheiten davor. Sie sind farbenfroh gekleidet und winken fröhlich, wenn wir vorbeifahren. Weiße gibt es hier keine. Aber das Sonderbarste ist, dass hier alle – wirklich alle! – Tomaten verkaufen! Wo wachsen die denn?, fragen wir uns. Wir haben noch nie eine solche Menge Tomaten gesehen: Jede Familie scheint ihren eigenen Verkaufsstand zu haben und alle reihen sich sauber entlang der Straße. Die Tomaten sind hübsch zu Pyramiden aufgestapelt. Das gleiche Bild wiederholt sich in jedem Ort, durch den wir kommen. Selbst wenn alle, die hier vorbeifahren, Tomaten kaufen würden, wären immer noch eine Menge übrig!
Auf der ganzen Strecke bis Lusaka gibt es genau einen Campingplatz und der kommt nach „unseren“ 300 km Entfernung (die Mindesttagesetappe für Onkel Deutz). Den nehmen wir! Es ist sogar eine Farm, und die Kinder sind ganz begeistert von den Ziegen, Pferden, Hunden und Hühnern. Juli schnappt sich gleich den Farmer und organisiert für sich ein kostenloses Reiten am nächsten Morgen. Nicht schlecht, Juli!

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Sambia: Grenzübergang Kasangula und Victoria Falls


Das nächste Land … irgendwie scheint es uns, als ob wir gerade erst nach Botswana hineingefahren wären. Die Zeit vergeht auch Afrika wie im Flug.
Nach einem ausführlichen Frühstück überqueren wir am späten Sonntagvormittag die Grenze von Botswana nach Sambia am Grenzübergang Kasangula. Es ist alles halb so wild – wir brauchen weder einen Fixer (das ist das Fachwort für Grenzhelfer), so wie es in unseren beiden Reiseführern empfohlen wird, noch ist es besonders chaotisch oder unübersichtlich. Klar, funktioniert es nicht wie bei uns, wo man an den Grenzposten geht, seinen Pass maximal zweimal zeigt und dann durchgewunken wird.

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Old Hunter´s Road: Tiere – Fehlanzeige

Montag und Dienstag bleiben wir noch in Maun, um das Internet zu nutzen und einges zu organisieren. Am Mittwoch wollen wir schnell Schule machen und dann gegen 10 Uhr los. So ganz geht der Plan nicht auf, denn unser Campingplatznachbar Edi aus der Schweiz spielt auf seiner kleinen Trompete vor, und da wollen natürlich alle auch mal probieren. Alle mit Ausnahme von Jochen bekommen auch irgendeinen Ton heraus. Dann gibt Mio ein Ständchen auf ihrer C-Flöte („Der Kuckuck und der Esel“), schließlich holt auch Silas seine Flöte noch hervor und gibt eine virtuose „Zauberflöte“ zum Besten. Das verzögert die Abfahrt um mindestens eine halbe Stunde. Hat aber Spaß gemacht und war es definitiv wert.

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Bergfest: Ein Grund zu feiern und Bilanz zu ziehen

Die Hälfte ist rum!! Es ist ein seltsames Gefühl, dass es ab jetzt dem Ende entgegengeht … Andererseits passt es: Wir hatten in der letzten Woche ein absolutes Highlight unserer Reise, wir sind gefühlt schon lange unterwegs und haben ebenso lange noch vor uns. Wir freuen uns auch wieder auf unser Leben zuhause.
Auf jeden Fall ein Grund für uns zu feiern und uns Zeit zu nehmen, um zurückzuschauen: was haben wir erwartet, was davon ist in Erfüllung gegangen und was hat auch nicht so geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben?

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Abenteuer Wildnis: 5 Tage zwischen Moremi und Chobe Nationalpark

Am Dienstag machen wir uns nach der Schule auf in die Wildnis des Nordens. Wir wollen in das Gebiet zwischen den beiden Nationalparks Moremi und Chobe – nicht hinein, weil wir mit unserem Onkel Deutz 1000 Pula pro Tag und dann nochmals 200 Pula pro Person berappen müssten. Die Nationalparks haben hier keinen Zaun, deshalb laufen die Tiere überall herum und wir hoffen, auch an den Rändern genug Wildlife zu sehen. Auch die Campingplätze kosten hier abartig viel Geld, so dass wir diese meiden werden und uns einfach irgendwo im Busch verstecken wollen. Gesagt, getan. Die ersten 30 km nach Maun sind noch geteert, dann beginnt eine ziemlich abenteuerliche Schotter- und Sandpiste. Es ist eine Slalomfahrt ohne gleichen. Mit fast 50 km/h brausen wir über Wellblech, um Schlaglöcher und durch den teilweise tiefen Sand. Onkel Deutz und der Fahrer machen ihre Sache jedoch sehr gut, und wir kommen durch jedes noch so tiefe Sandloch hindurch
Da wir eigentlich nicht so ganz genau wissen, wo wir hinwollen, fahren wir einfach mal gen Norden. Zur Mittagspause nehmen wir einen Abzweig von der „Hauptstraße“ in Richtung Fluss und landen an einem wunderschönen Platz unter einer großen Akazie mit Blick auf Antilopen und Wasser. Hier vespern wir (wir haben noch eine Dose Lyoner aus den schwäbischen Landen, die wir ganz familiär und ohne Streit – haha! – aufteilen) und fahren dann weiter. Die Spur ist hier teilweise deutlich schmäler als unser Onkel und die vielen Zweige, die an den Seitenwänden streifen, tun uns schon weh. Aber was sollen wir tun? Augen zu und durch ….

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