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Cango Caves: Es gibt die Adventure Tour und die für die Normalen …

Adventure hört sich gut an. Eintrittspreis für 1 Erwachsener und 3 Kinder sind 300 Rand, also 18 Euro. Ziemlich günstig. Am Eingang gibt es eine Art „Visitor Center“, es ist alles touristisch gut vermarktet. Die Tropfsteinhöhle ist aber trotzdem wunderschön. Die Adventure Tour führt uns 1,2 km in Cango 1, insgesamt gibt es aber 4 erforschte Höhlen bis zu einer Tiefe von 4 km. Tolle Stalagmiten und – titen (warum wohl hört sich das so komisch an?), riesige Kammern, Kristalle und dann das Abenteuer: wir kriechen durch enge und engste Gänge, müssen einen Kamin hochklettern und schließlich durch eine „Postbox“ mit den Füßen voraus. Alles machbar und es haben schon Hunderte vor uns geschafft, aber trotzdem spannend und schön.
Jochen fand es viel spannender in der Zwischenzeit den Luftfilter am Onkel Deutz zu reinigen. Höhlen sind nicht so sein Ding.

Wenn wir uns einen Ort zum Bleiben aussuchen sollten, dann …

.. wäre das eindeutig Montagu! Montagu gehört für uns zu den lebenswertesten Orten, die wir bis jetzt auf unserer Reise besucht haben. Hier gibt es eigentlich nichts Spektakuläres, dafür aber (grüne!) Berge, ein nettes Städtchen mit wunderschönen Häusern im Kolonialstil, einige hübsche Cafes – ja, und alles macht den Eindruck, als ob das Leben hier funktioniert. Es wirkt aufgeräumt. Vielleicht kommt das unser deutschen Seel auch etwas entgegen.
Auch der Campingplatz ist unglaublich sauber, des morgens laufen die Gänse, Enten und Perlhühner über den grünen Rasen und es gibt hier sogar drei Pools, also ein Traum für die Kinder!

Und mein Traum: Das Wochenende haben wir mit Klettern verbracht, denn hier es gibt perfekte Sportkletterrouten. Also, nichts wie hin! Wir haben unsere komplette Ausrüstung in Afrika dabei und Onkel Deutz schleppt die beiden schweren Rucksäcke treu mit sich herum, also raus damit und gebrauchen! Ich freue mich, dass alle beim Klettern eifrig dabei sind – auch Mio und Juli haben inzwischen Gefallen daran gefunden.

Ansonsten genießen wir es nichts zu tun, die Kinder verbringen 5h am Stück im Pool und freuen sich, dass hier auch noch Osterferien und einige andere Kinder auf dem Campingplatz sind. Während ich nichts tue, schmiert Jochen den guten alten Deutz ab. Er braucht dringend Fett an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Das heißt für Jochen einen halben Tag unter dem Onkel herumkriechen, im Staub und Dreck irgendwelche Nippel suchen und dort mit einer großen Spritze Fett reindrücken. Puh – aber er sagt, bis zu einem gewissen Grad habe es ihm Spaß gemacht ….

Morgen geht es nach dem Schulunterricht weiter nach Oudtshoorn, dort soll es tolle Tropfsteinhöhlen geben: die Cango Caves.

Montagu – auf der Route 62 zur Gardenroute

Ja, der Abschied am Ostermontag fiel uns allen schwer! Vorher mussten wir aber noch „kurz“ Wäsche waschen und trocknen, Ställe putzen und die Halterung für unsere 4 neuen Trinkwasserkanister fertig stellen und montieren. Das alles dauerte seine Zeit und wir kamen erst am Spätnachmittag los. Es flossen auf allen Seiten Tränen, denn es war doch eine lange Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Juli wird ihre Pferde sehr vermissen, Mio ihren kleinen Lieblingshund Nougy und wir alle diese herzlichen und offenen Menschen. Weniger vermissen werden wir die abendlichen Spülsessions und die vielen Reparatur- und Putzarbeiten, die uns manchmal etwas sinnlos vorkamen …
Wir schafften es nur einige Kilometer weit bis Paarl, aber das einzige Ziel des Tages war erreicht: Loskommen.

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Morgen heißt es Abschied nehmen!

Auch hier in Südafrika kann es an Ostern Aprilwetter geben und regnen – nur der Schnee hat noch gefehlt! Gefühlt war es kalt genug! Heute Morgen jedenfalls schüttete es in Strömen, da war an Ostereier suchen erstmal nicht zu denken! Anstatt sich nochmals ins Bett zu kuscheln, mussten wir allerdings um 7 Uhr raus und die Pferde versorgen. Sonntags kommt nämlich der Stallarbeiter nicht. Also, erst Ställe, dann Dusche, dann Osterfrühstück und inzwischen zeigt sich auch die Sonne wieder und wir können dann doch noch draußen die Ostereier suchen. Die Kinder waren froh, dass der Osterhase auch hier in Südafrika etwas versteckt hat!

Heute Abend gab es dann südafrikanisches Braai – das wird hier sehr zelebriert: direkt nach dem Frühstück wird das Holzfeuer angezündet und den ganzen Tag gefüttert. (Ich glaube ja, das ist nur eine Ausrede, damit der Griller schon morgens sein erstes Bier aufmachen kann!). Zum Grillen waren die angestellte Reitlehrerin mit ihrem Freund und noch ein paar weitere Gäste geladen. Es gab „German Potato Salad“, zusammen mit gegrillter Sweet Potato und gegrilltem Butternut (eine Art Kürbis). Dazu Fleisch in Hülle und Fülle und selbstgebackenes Brot. Wunderbar!

Und morgen heißt es Abschied nehmen! Das wird nicht einfach werden, es werden jede Menge Tränen fließen! Wir melden uns wieder von unterwegs!

Bald geht es weiter!

Die Magen-Darm-Geschichte haben Mio und ich überstanden und weitergegeben: Juli, Lorna (die Besitzerin von Fatpony), Desiree (die Reitlehrerin), Silas und bestimmt das ein oder andere Kind vom Ponycamp haben die Sache in den letzten Tagen weitergetragen – wir waren also ziemlich freizügig. Was soll man da machen?

Von Dienstag bis Donnerstag war hier Ponycamp – ein Reiterferienlager für Kinder. Es waren nur fünf Kinder im Camp – und Juli war auch mit dabei. Das heißt, sie hat mir den anderen zusammen im Schlafsaal übernachtet und das ganze Programm als Teilnehmerin mitgemacht. Schön zu sehen, wie sie im Englisch dazugelernt hat! Mio und Silas wollten nicht mitmachen, obwohl Mio dann im Nachhinein meinte, sie wäre doch gern dabei gewesen.

Jochen und ich haben derweil mit Silas und Mio hier weiter bei der Arbeit mitgeholfen. Inzwischen kommen wir uns aber immer mehr wie Sisyphus vor, denn kaum ist man mit der einen Reparatur fertig, kaum hat man den Garten wieder einmal auf Vordermann gebracht, ist schon das nächste kaputt bzw. der Garten durch den ständigen Wind schon wieder voller Stroh. Hier scheint nichts wirklich auf Dauer angelegt zu sein. Also fängt man immer wieder von vorn an. Ich bin allerdings überzeugt, dass Jochens Reparaturen das Haus hier überdauern werden …. Deutsche Wertarbeit!

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Einfach saukalt: Wanderung auf den Tafelberg

Vorgestern haben wir das nächste Touristenhighlight Kapstadts in Angriff genommen: den Tafelberg. Leider fühlten Mio und ich uns seit 2 Tagen nicht besonders wohl: Durchfall, Spucken, etc. Naja, aber irgendwann musste es ja besser werden, oder? Also auf zum Tafelberg – und zwar mit Onkel Deutz. Schön, ihn endlich einmal wieder zu bewegen und mit der ganzen Familie unterwegs zu sein!
Wir mussten sehr weit unterhalb der Gondelstation parken, da der Montag hier in Südafrika Feiertag ist und entsprechend viel los war am Tafelberg.

Also, eine Stunde Zustieg bis zum tatsächlichen Einstieg in den Aufstieg. Wir nahmen die Route „Plattekloof“, eine 2-stündiger Tour, die fast nur aus großen Stufen besteht. Für Mio mit ihrem flauem Magen eine echte Tortur, für mich auch unerwartet anstrengend und für den Rest der Familie machbar, aber saukalt! Vor allem im letzten Drittel pfiff der Wind durch unsere Fleecejacken, so dass wir innerhalb kürzester Zeit total durchgefroren waren. Aber echter Schwabe kennt kein Erbarmen! Oben ein halbwegs windgeschütztes Eckchen gesucht, Vesper ausgepackt und schlotternd gegessen!
Danach war es uns nach Aufwärmen – also haben wir doch noch das Cafe on Top of the mountain geentert und uns eine heiße Schokolade und einen Kaffee gegönnt. Der Familienrat beschloss dann mit einer Gegenstimme (ratet mal wer?), die Gondel wieder hinab zu nehmen. Geht ja eigentlich gar nicht – aber aufgrund der besonderen Umstände muss ich zugeben, nachvollziehbar.
Und die Aussicht?? Grandios!! (Wenn wir sie mehr hätten genießen können!)

Am Abend und am nächsten Tag waren Mio und ich ausgeschaltet – die Magen-Darm-Grippe zollte doch nochmals ihren Tribut. Naja, schön war´s trotzdem!

Zur gesellschaftlichen Situation in Südafrika – und mehr

Nun leben wir schon seit fast zwei Wochen hier im Großraum Kapstadt. Die Zeit verfliegt, und wir müssen uns immer wieder mal ins Bewusstsein rufen, was wir hier gerade erleben und wo wir sind. Dadurch, dass hier fast so etwas wie Alltag eingekehrt ist, gerät das ab und zu in Vergessenheit.

Wir bekommen manchmal Mails, in denen wir Nachfragen zu dem ein oder anderen Bericht erhalten, und nun möchte ich die Chance nutzen, einige dieser Fragen zu beantworten:

Wie ist unsere Meinung zu Robben Island?

Ich wollte unbedingt den Trip nach Robben Island machen, weil ich finde, dass das ein Teil der Geschichte dieses Landes ist und weil es meiner Meinung nach auch für die Kinder wichtig ist, sich mit dem Thema Apartheid auseinanderzusetzen. Außerdem war ich vor langer Zeit einmal auf Alcatraz und habe davon noch sehr bleibende Eindrücke.

Wenn wir im Voraus gewusst hätten, wie viel Zeit (und Geld) und dieser Ausflug kosten würde und wie wenig man tatsächlich sieht bzw. mitbekommt, hätten wir es wahrscheinlich nicht gemacht, sondern wären lieber in das Museum zur Apartheid gegangen. Denn im Endeffekt hat es uns einen kompletten Tag gekostet: erst einmal mussten wir 2 Stunden bis zur nächsten Tour warten und dann nochmal mehr als eine Stunde in der Schlange stehen, weil das Schiff Verspätung hatte. Und das, um ein 2-stündige Führung über eine Insel zu erhalten, auf der es außer ein paar Gebäuden nicht viel zu sehen gibt. Die erste Stunde auf der Insel war noch recht interessant: es war eine Busrundfahrt mit einem jungen, sehr engagierten und gebildeten Führer, der uns einiges zur Geschichte der Insel und seinen eigenen Erfahrungen aus den letzten Jahren der Apartheid erzählte. Leider gab es die Erklärungen nur auf Englisch, so dass Jochen und ich für die Kinder simultan übersetzen mussten, was nicht immer ganz einfach war.

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Ein Tag in Kapstadt Downtown

Die An- und Abreise ist schon ein Kapitel für sich. Wegen des großen Verkehrsaufkommens (und weil wir unseren Onkel Deutz nicht bewegen wollten), entschieden wir uns für den Zug. Eigentlich wollten wir schon früh da sein, denn Lorna und Allan zufolge sollten wir auf jeden Fall vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück sein. Aber daraus wurde nichts. Morgens ging es Rocky – „Juli´s Pony“ -nicht gut. Da war die Sorge natürlich groß und wir konnten es nicht einfach allein lassen. Schließlich sah es ganz gut aus und wir konnten los. Nein! „Ich bin noch nicht eingecremt!“, „Welche Schuhe soll ich anziehen?“, „Mama, soll ich meinen Foto mitnehmen?“, „Ich muss nochmal!“, „Ich habe meine Sonnenbrille vergessen!“, „Hast du schon die Handynummer von Lorna?“, …. Naja, so gegen 9 Uhr waren wir endlich abmarschbereit. Und das ohne Schule wohlgemerkt.

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Leben mit Lorna und Allan im Großraum Kapstadt

Ich habe mir lange überlegt, wie wohl der Titel dieses Beitrags heißen soll …
„Leben in Kapstadt“ passt nicht, weil wir nicht in der Stadt sind und auch noch kaum von diesem Gelände heruntergekommen sind. „Leben im Backpacker“ passt nicht, weil es kein klassischer Backpacker ist.
„Leben mit Lorna und Allan“ ist ein guter Titel, weil ich glaube, dass wir hier auf sehr interessante und offene Menschen gestoßen sind und Lorna Dreh- und Angelpunkt für alles ist, was hier geschieht.

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Wie geht es jetzt weiter?

Pferdeglück_JuliNachdem wir übers Wochenende gemeinsam mit Omi aus dem überfüllten Kapstadt geflohen sind, haben wir zwei sehr schöne Tage in Kleinmond (ca. 100 km südöstlich von Kapstadt) an einem Campingplatz direkt am Strand verbracht. Wir mussten einiges an Schule nachholen und haben ansonsten hauptsächlich die hohe Brandung am Strand genossen. Vor allem Silas kam hier auf seine Kosten – er war fast nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen.

Gestern sind wir nun zurück nach Kapstadt in den Backpacker FATPONY gefahren. Hier haben wir bereits letzte Woche vor Omis Ankunft zwei Nächte verbracht. Dieser Backpacker ist ein sehr erstaunlicher Ort, von dem wir noch viel lernen können. Er wird geführt von Lorna, die eine Pferdenärrin ist und zusätzlich zum Backpacker auch noch einen Reitstall betreibt. Ich habe schon vor Monaten Kontakt zu ihr aufgenommen über die Internetplattform www.helpx.net. Diese Plattform vermittelt zwischen Menschen, die Hilfe anbieten und solchen, die Hilfe suchen. Von Farmarbeit über Au-Pair zur Arbeit im Hotel kann man hier als angemeldeter Helfer so gut wie alles finden. Wir treffen hier auf unheimlich offene Menschen, auch wenn es in unseren “deutschen” Augen sehr chaotisch zugeht. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf die Erfahrungen, die wir hier noch machen werden.

Wir haben uns schon sehr früh damit beschäftigt, was wir denn außer Reisen noch für Erfahrungen machen möchten in diesem Jahr. Aus früheren Reisen wissen wir, dass man des Reisens nach einiger Zeit überdrüssig wird und man sich nach echten, tiefergehenden Kontakten und nach einer Aufgabe sehnt. Deshalb haben wir uns von vornherein vorgenommen, an zwei bis drei Stationen auf unserer Reise länger zu bleiben, um dort etwas zum Leben beitragen zu können. Dieser Backpacker ist nun unsere erste Station. Hier werden wir für ca. 2-3 Wochen bleiben, bei der Arbeit helfen und dafür freie Kost und Logis genießen. Außer uns sind noch einige andere Helfer über Helpx hier, zu tun gibt es auch einiges, aber „the African way“, d.h. ja nicht überarbeiten …. Juli ist auf jeden Fall im Pferdeglück, denn sie kann sich hier um die Pferde kümmern, Stall ausmisten, reiten, etc. Auch Silas und Mio hatten heute ihren ersten Reitunterricht.
Allerdings bedeutet das auch, dass wir versuchen werden, unser Visum in Südafrika zu verlängern. Als Tourist bekommt man maximal 90 Tage. Das wird uns nicht reichen, denn wir haben noch eine weitere Station in den Drakensbergen auf einer Farm geplant. Wir werden bereits hier in Kapstadt versuchen, diese Verlängerung zu bekommen. Drückt uns dafür mal die Daumen!

In den nächsten Tagen können wir euch also einiges über das richtige Leben in Südafrika aus Sicht der Einheimischen berichten.