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Skiunterwäsche und Platzhirsche

Wo sind wir denn hier gelandet? Es ist saukalt, die Temperatur sinkt nachts auf ca. 5 Grad! Da hilft nichts anderes, als die Skiunterwäsche aus dem letzten Winkel von Onkel Deutz herauskramen und damit in den Schlafsack kriechen (danke Anja, für den Tipp!). Morgens ist alles so feucht, als ob es geregnet hätte. Und wer hätte es für möglich gehalten, dass wir die Heizung im Onkel Deutz brauchen würden? Also ich nicht, deshalb habe ich auch unsere gesamten Lebensmittelvorräte um den dicken Heizungsschlauch herum verstaut. Besser vorgekocht als tiefgefroren? Naja, ich weiß nicht.

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Silas Blog: Klettern bei Montagu

Silas_obenVor fünf Tagen kamen wir an einem schönen Campinglatz am Rand von dem netten Ort Montagu an. Der Campingplatz hat drei Pools, einer davon nur für Erwachsene. Wir waren hauptsächlich hier hergekommen um klettern zu gehen. Am Samstag waren wir an einem Felsen “the Steeple“. Von unserem Campingplatz etwa zwanzig Minute zu laufen. Der Platz war an einem Flüsschen umgeben von hohem Schilf. Ein sehr schöner Platz. Wir fingen mit einer einfachen Route an, die ich vorgestiegen bin. Der Fels war sehr glatt, das komplette Gegenteil zu den Rocklands in den Cederbergen. Danach stieg Mama eine etwas schwierigere, vor allem wegen der Höhe. Nun bekamen alle Hunger, zum Glück hatten wir Sachen zum Vespern mitgenommen. Nun stieg ich noch die letzte Route für heute vor, da es zu fünft doch immer dauert. Sie war nicht so hoch wie die zweite, aber dafür um so schwieriger. Ich hatte ein wenig schlechte Laune, dass wir an einem Tag nur drei Routen geschafft haben. Aber die verschwand schnell, als wir auf dem Rückweg eine Affenbande sahen. Um die vierzig Affen turnten an einem Fels herum. Der Silberrücken war (wenn er stehen würde) fast so groß wie Papa. Eine Mutter hatte ein ganz kleines Äffchen unten am Bauch. Am nächsten Tag mussten wir ein Stückchen fahren, um zu dem bekanntesten Fels Legoland in dieser Region zu kommen. Es war ein sehr schöner Fels nicht zu rau und nicht zu glatt. An diesem Tag bin ich alle vier Routen vorgestiegen, denn Mama mag das gar nicht so. Die letzte Route war besonders schwer, auch wenn in der Beschreibung etwas anderes stand. Ich bin aber nur fast runter gefallen!

Cango Caves: Es gibt die Adventure Tour und die für die Normalen …

Adventure hört sich gut an. Eintrittspreis für 1 Erwachsener und 3 Kinder sind 300 Rand, also 18 Euro. Ziemlich günstig. Am Eingang gibt es eine Art „Visitor Center“, es ist alles touristisch gut vermarktet. Die Tropfsteinhöhle ist aber trotzdem wunderschön. Die Adventure Tour führt uns 1,2 km in Cango 1, insgesamt gibt es aber 4 erforschte Höhlen bis zu einer Tiefe von 4 km. Tolle Stalagmiten und – titen (warum wohl hört sich das so komisch an?), riesige Kammern, Kristalle und dann das Abenteuer: wir kriechen durch enge und engste Gänge, müssen einen Kamin hochklettern und schließlich durch eine „Postbox“ mit den Füßen voraus. Alles machbar und es haben schon Hunderte vor uns geschafft, aber trotzdem spannend und schön.
Jochen fand es viel spannender in der Zwischenzeit den Luftfilter am Onkel Deutz zu reinigen. Höhlen sind nicht so sein Ding.

Wenn wir uns einen Ort zum Bleiben aussuchen sollten, dann …

.. wäre das eindeutig Montagu! Montagu gehört für uns zu den lebenswertesten Orten, die wir bis jetzt auf unserer Reise besucht haben. Hier gibt es eigentlich nichts Spektakuläres, dafür aber (grüne!) Berge, ein nettes Städtchen mit wunderschönen Häusern im Kolonialstil, einige hübsche Cafes – ja, und alles macht den Eindruck, als ob das Leben hier funktioniert. Es wirkt aufgeräumt. Vielleicht kommt das unser deutschen Seel auch etwas entgegen.
Auch der Campingplatz ist unglaublich sauber, des morgens laufen die Gänse, Enten und Perlhühner über den grünen Rasen und es gibt hier sogar drei Pools, also ein Traum für die Kinder!

Und mein Traum: Das Wochenende haben wir mit Klettern verbracht, denn hier es gibt perfekte Sportkletterrouten. Also, nichts wie hin! Wir haben unsere komplette Ausrüstung in Afrika dabei und Onkel Deutz schleppt die beiden schweren Rucksäcke treu mit sich herum, also raus damit und gebrauchen! Ich freue mich, dass alle beim Klettern eifrig dabei sind – auch Mio und Juli haben inzwischen Gefallen daran gefunden.

Ansonsten genießen wir es nichts zu tun, die Kinder verbringen 5h am Stück im Pool und freuen sich, dass hier auch noch Osterferien und einige andere Kinder auf dem Campingplatz sind. Während ich nichts tue, schmiert Jochen den guten alten Deutz ab. Er braucht dringend Fett an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Das heißt für Jochen einen halben Tag unter dem Onkel herumkriechen, im Staub und Dreck irgendwelche Nippel suchen und dort mit einer großen Spritze Fett reindrücken. Puh – aber er sagt, bis zu einem gewissen Grad habe es ihm Spaß gemacht ….

Morgen geht es nach dem Schulunterricht weiter nach Oudtshoorn, dort soll es tolle Tropfsteinhöhlen geben: die Cango Caves.

Montagu – auf der Route 62 zur Gardenroute

Ja, der Abschied am Ostermontag fiel uns allen schwer! Vorher mussten wir aber noch „kurz“ Wäsche waschen und trocknen, Ställe putzen und die Halterung für unsere 4 neuen Trinkwasserkanister fertig stellen und montieren. Das alles dauerte seine Zeit und wir kamen erst am Spätnachmittag los. Es flossen auf allen Seiten Tränen, denn es war doch eine lange Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Juli wird ihre Pferde sehr vermissen, Mio ihren kleinen Lieblingshund Nougy und wir alle diese herzlichen und offenen Menschen. Weniger vermissen werden wir die abendlichen Spülsessions und die vielen Reparatur- und Putzarbeiten, die uns manchmal etwas sinnlos vorkamen …
Wir schafften es nur einige Kilometer weit bis Paarl, aber das einzige Ziel des Tages war erreicht: Loskommen.

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Juli´s Blog: Reitturnier in Fat Pony

Am Sonntag vor Ostern gab es ein Reitturnier auf Fat Pony. Ich durfte als einzige von unserer Familie mitreiten. Mein Pferd hieß Rocky. Er ist ein bisschen faul, aber wenn man ihn richtig reitet, dann ist er richtig gut. Bei dem Turnier lagen die Stangen erst auf dem Boden und dann wurden sie immer erhöht. Hinter der Arena gab es einen Abreiteplatz, dort konnte man die Pferde warmreiten. Ich schaffte es bis zur vierten Runde, da waren die Hürden ungefähr oberschenkelhoch. Rocky liebt es zu springen. Desiree, unsere Reitlehrerin, brachte mir das bei. Davor bin ich noch nie gesprungen. Das war cool!

Morgen heißt es Abschied nehmen!

Auch hier in Südafrika kann es an Ostern Aprilwetter geben und regnen – nur der Schnee hat noch gefehlt! Gefühlt war es kalt genug! Heute Morgen jedenfalls schüttete es in Strömen, da war an Ostereier suchen erstmal nicht zu denken! Anstatt sich nochmals ins Bett zu kuscheln, mussten wir allerdings um 7 Uhr raus und die Pferde versorgen. Sonntags kommt nämlich der Stallarbeiter nicht. Also, erst Ställe, dann Dusche, dann Osterfrühstück und inzwischen zeigt sich auch die Sonne wieder und wir können dann doch noch draußen die Ostereier suchen. Die Kinder waren froh, dass der Osterhase auch hier in Südafrika etwas versteckt hat!

Heute Abend gab es dann südafrikanisches Braai – das wird hier sehr zelebriert: direkt nach dem Frühstück wird das Holzfeuer angezündet und den ganzen Tag gefüttert. (Ich glaube ja, das ist nur eine Ausrede, damit der Griller schon morgens sein erstes Bier aufmachen kann!). Zum Grillen waren die angestellte Reitlehrerin mit ihrem Freund und noch ein paar weitere Gäste geladen. Es gab „German Potato Salad“, zusammen mit gegrillter Sweet Potato und gegrilltem Butternut (eine Art Kürbis). Dazu Fleisch in Hülle und Fülle und selbstgebackenes Brot. Wunderbar!

Und morgen heißt es Abschied nehmen! Das wird nicht einfach werden, es werden jede Menge Tränen fließen! Wir melden uns wieder von unterwegs!

Bald geht es weiter!

Die Magen-Darm-Geschichte haben Mio und ich überstanden und weitergegeben: Juli, Lorna (die Besitzerin von Fatpony), Desiree (die Reitlehrerin), Silas und bestimmt das ein oder andere Kind vom Ponycamp haben die Sache in den letzten Tagen weitergetragen – wir waren also ziemlich freizügig. Was soll man da machen?

Von Dienstag bis Donnerstag war hier Ponycamp – ein Reiterferienlager für Kinder. Es waren nur fünf Kinder im Camp – und Juli war auch mit dabei. Das heißt, sie hat mir den anderen zusammen im Schlafsaal übernachtet und das ganze Programm als Teilnehmerin mitgemacht. Schön zu sehen, wie sie im Englisch dazugelernt hat! Mio und Silas wollten nicht mitmachen, obwohl Mio dann im Nachhinein meinte, sie wäre doch gern dabei gewesen.

Jochen und ich haben derweil mit Silas und Mio hier weiter bei der Arbeit mitgeholfen. Inzwischen kommen wir uns aber immer mehr wie Sisyphus vor, denn kaum ist man mit der einen Reparatur fertig, kaum hat man den Garten wieder einmal auf Vordermann gebracht, ist schon das nächste kaputt bzw. der Garten durch den ständigen Wind schon wieder voller Stroh. Hier scheint nichts wirklich auf Dauer angelegt zu sein. Also fängt man immer wieder von vorn an. Ich bin allerdings überzeugt, dass Jochens Reparaturen das Haus hier überdauern werden …. Deutsche Wertarbeit!

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Einfach saukalt: Wanderung auf den Tafelberg

Vorgestern haben wir das nächste Touristenhighlight Kapstadts in Angriff genommen: den Tafelberg. Leider fühlten Mio und ich uns seit 2 Tagen nicht besonders wohl: Durchfall, Spucken, etc. Naja, aber irgendwann musste es ja besser werden, oder? Also auf zum Tafelberg – und zwar mit Onkel Deutz. Schön, ihn endlich einmal wieder zu bewegen und mit der ganzen Familie unterwegs zu sein!
Wir mussten sehr weit unterhalb der Gondelstation parken, da der Montag hier in Südafrika Feiertag ist und entsprechend viel los war am Tafelberg.

Also, eine Stunde Zustieg bis zum tatsächlichen Einstieg in den Aufstieg. Wir nahmen die Route „Plattekloof“, eine 2-stündiger Tour, die fast nur aus großen Stufen besteht. Für Mio mit ihrem flauem Magen eine echte Tortur, für mich auch unerwartet anstrengend und für den Rest der Familie machbar, aber saukalt! Vor allem im letzten Drittel pfiff der Wind durch unsere Fleecejacken, so dass wir innerhalb kürzester Zeit total durchgefroren waren. Aber echter Schwabe kennt kein Erbarmen! Oben ein halbwegs windgeschütztes Eckchen gesucht, Vesper ausgepackt und schlotternd gegessen!
Danach war es uns nach Aufwärmen – also haben wir doch noch das Cafe on Top of the mountain geentert und uns eine heiße Schokolade und einen Kaffee gegönnt. Der Familienrat beschloss dann mit einer Gegenstimme (ratet mal wer?), die Gondel wieder hinab zu nehmen. Geht ja eigentlich gar nicht – aber aufgrund der besonderen Umstände muss ich zugeben, nachvollziehbar.
Und die Aussicht?? Grandios!! (Wenn wir sie mehr hätten genießen können!)

Am Abend und am nächsten Tag waren Mio und ich ausgeschaltet – die Magen-Darm-Grippe zollte doch nochmals ihren Tribut. Naja, schön war´s trotzdem!

Zur gesellschaftlichen Situation in Südafrika – und mehr

Nun leben wir schon seit fast zwei Wochen hier im Großraum Kapstadt. Die Zeit verfliegt, und wir müssen uns immer wieder mal ins Bewusstsein rufen, was wir hier gerade erleben und wo wir sind. Dadurch, dass hier fast so etwas wie Alltag eingekehrt ist, gerät das ab und zu in Vergessenheit.

Wir bekommen manchmal Mails, in denen wir Nachfragen zu dem ein oder anderen Bericht erhalten, und nun möchte ich die Chance nutzen, einige dieser Fragen zu beantworten:

Wie ist unsere Meinung zu Robben Island?

Ich wollte unbedingt den Trip nach Robben Island machen, weil ich finde, dass das ein Teil der Geschichte dieses Landes ist und weil es meiner Meinung nach auch für die Kinder wichtig ist, sich mit dem Thema Apartheid auseinanderzusetzen. Außerdem war ich vor langer Zeit einmal auf Alcatraz und habe davon noch sehr bleibende Eindrücke.

Wenn wir im Voraus gewusst hätten, wie viel Zeit (und Geld) und dieser Ausflug kosten würde und wie wenig man tatsächlich sieht bzw. mitbekommt, hätten wir es wahrscheinlich nicht gemacht, sondern wären lieber in das Museum zur Apartheid gegangen. Denn im Endeffekt hat es uns einen kompletten Tag gekostet: erst einmal mussten wir 2 Stunden bis zur nächsten Tour warten und dann nochmal mehr als eine Stunde in der Schlange stehen, weil das Schiff Verspätung hatte. Und das, um ein 2-stündige Führung über eine Insel zu erhalten, auf der es außer ein paar Gebäuden nicht viel zu sehen gibt. Die erste Stunde auf der Insel war noch recht interessant: es war eine Busrundfahrt mit einem jungen, sehr engagierten und gebildeten Führer, der uns einiges zur Geschichte der Insel und seinen eigenen Erfahrungen aus den letzten Jahren der Apartheid erzählte. Leider gab es die Erklärungen nur auf Englisch, so dass Jochen und ich für die Kinder simultan übersetzen mussten, was nicht immer ganz einfach war.

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