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Willkommen im Paradies

Norotshama River Resort
Die letzten zwei Tage waren wir unterwegs in Richtung Süden. Die Straße von Aus nach Rosh Pinah ist sehr langweilig. In Rosh Pinah übernachteten wir auf einem Parkplatz vor dem Sportplatz. Da haben uns gleich ein paar Kinder entdeckt, die mit Silas, Juli und Mio spielen wollten. Was für eine schöne Abwechslung.

Am Montag haben wir dann den Spar in Rosh Pinah geentert. Es waren zwei randvolle Einkaufswägen!! Was für ein Kaufrausch! Endlich wieder Obst, Joghurt, Tomaten, Kartoffeln, Schokolade, …! Beim Einräumen der Lebensmittel in unseren Onkel Deutz haben uns ein Dutzend staunende Kinderaugen beobachtet – immer in der Hoffnung, dass für sie etwas abfallen würde. Hat dann auch Erfolg gehabt.

Nach dem Einkauf ging es dann wieder auf die Straße in Richtung Aussenkehr und Nordoever – diese recht üble Schotterstraße führt entlang des Orange River, auf der anderen Seite liegt schon Südafrika. Wir kamen uns oft vor wie auf dem Mond, so kahl und eigenartig ist die Landschaft hier. Eigentlich wollten wir irgendwo wild am Fluss übernachten, aber wir haben keinen geeigneten Stellplatz gefunden. Es war extrem heiß, extrem windig und extrem staubig. Deshalb waren wir heilfroh, dass wir nun in Aussenkehr direkt im Paradies gelandet sind! Ein (leider nicht ganz günstiges Resort, aber jeden Penny wert) mit Rasen (!), natürlichem Pool, Aussicht auf den Fluss, Spielplatz mit Trampolin, Schatten und wenig Wind. Wir fühlen uns wie im 7. Himmel. Oft denken wir daran, was die lokale Bevölkerung erleiden und erdulden muss, der solche Orte versperrt bleiben.

Morgen werden wir hier auf dem Orange River Kanu fahren, dann geht es definitiv hinüber nach Südafrika! Ihr seht, wir haben uns gegen den Fish River Canyon entschieden. Ein Lookout und ein Viewpoint waren uns keine 300 km gravelroad wert.

Oh je – viele Kommentare im Spam gelandet!

Liebe Blogleser und -leserinnen,

heute haben wir zum ersten Mal seit 4 Wochen einfachen, unkomplizierten und schnellen Internetzugang – und das sogar von unserem Onkel Deutz aus! Das heißt, ich hatte heute Zeit, mich einmal wieder etwas in diese Homepage hineinzuarbeiten und habe dabei entdeckt, dass einige eurer Kommentare bei den “Spams” gelandet sind!

Bitte entschuldigt alle, lieber Oli, lieber Kim, liebe Ingrid, liebe Mama und wen es sonst noch so getroffen hat!!! Wir freuen uns total über jeden Kommentar, auch wenn wir nicht auf alle antworten können.

Silas Blog: Unterwegs

Jetzt sind wir schon knapp zwei Wochen unterwegs. Bis jetzt läuft alles ganz gut, natürlich muss man immer ein bisschen hier und da etwas reparieren. Mir macht es Spaß immer wo anders zu sein auch wenn 3 Stunden Schotterstraße in der Mittagshitze ganz schön anstrengend sein können. Die erste Woche waren wir mit einem Gabi und Peter aus der Schweiz unterwegs. Doch unsere Wege trennten uns, denn sie mussten noch einmal zurück nach Walfish Bay um etwas zu reparieren. Vor drei Tagen waren wir in Dead Vlei. Das war heiß dort! Wir standen um 5:00 Uhr auf um noch ein bisschen kühle zu haben, doch schon um 10:00 Uhr waren es um die 30 C°. Ich wollte auf den“ BIG DADDY“, der höchsten Düne der Welt! Das haben wir dann auch gemacht. Der Big Daddy ist 380 Meter hoch, wir stiefelten also eine gute Stunde im Sand herum. Das runter rennen war aber um so besser, dauerte aber nur 3 Minuten. Da wir auf der anderen Seite hinunter gerannt waren befanden wir uns nun im Dead Vlei. Einem ausgetrocknetem Flussbett das aber so 500 Meter breit. Barfuß fühlte es sich toll an den es ist eine einzige harte Salzkruste.

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Auf geht´s in Richtung Südafrika

Wir nähern uns der Grenze nach Südafrika. Vor uns liegt noch der Orange River und evtl. der Fish River Canyon, aber wir haben uns noch nicht entschieden, ob zwei View Points auf den Fish River Canyon den weiten Umweg lohnen. Vielleicht lassen wir ihn auch im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Das wird der nächste Familienentscheid …..

Streit

Wir hatten unseren ersten großen Familienkrach vor zwei Tagen. Das heißt, ich bin ausgerastet. Warum? Weil die beiden Großen sich einmal wieder beim Spüldienst in die Haare bekommen haben. Wer hat eine Tasse mehr gespült? Wer muss das Geschirr zurücktragen? Wer ist dran mit einräumen? …. Das geht so jedes Mal. Und außer dem Spüldienst tragen sie nichts zum gemeinsamen Leben bei. Jochen und ich machen alles andere. Und dann darum streiten, wer 3m zum Onkel Deutz läuft, um das vergessene Abtrockenhandtuch zu holen. Geht´s noch? Da ich am Morgen schon beim Schulunterricht meine Nerven aufgebraucht hatte, war das dann der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Auch am Tag danach bin ich noch heißer.

Nach einer Stunde Pause und Rückzug für jeden haben wir uns dann im Familienrat zusammengesetzt und sehr lange gesprochen. Es gibt nun eine neue Aufgabenverteilung und eine Liste mit Plus- und Minuspunkten für jedes Kind. Mir ist wichtig, dass wir als Team hier zusammenarbeiten und wir uns die Verantwortung für diese Reise teilen. Nicht Jochen und ich sind die Veranstalter und die Kinder die Teilnehmer, sondern wir haben ein gemeinsames Ziel. Um dieses zu erreichen, trägt jede/r das dazu bei, was er/sie kann. Wir helfen uns gegenseitig und rechnen nicht auf. Jochen meint, das ist noch etwas zu viel verlangt. Deshalb haben wir jetzt zur Unterstützung die Liste mit Plus- und Minuspunkten. Pluspunkte für besonders freundliches und hilfsbereites Verhalten, Minuspunkte für biestige Bemerkungen und Teamuntauglichkeit. Ich bin sicher, wir werden noch besser zusammenwachsen!

Farmen im Süden Namibias

Wir sind hier nun schon an einigen Farmen vorbeigekommen, teils mit Campingplätzen und Lodges teils ohne. Wir suchen den Kontakt zur „einheimischen“ Bevölkerung (egal ob Schwarz oder Weiß), weil wir gern mehr über das Land und das Leben hier erfahren würden. Das ist aber gar nicht so einfach wie man denkt. Bei den Farmen mit Campingplätzen ist der Campingplatz immer mindestens ein Kilometer weg von der Farm. Teilweise haben wir das Gefühl, die Farmer wollen mit den Gästen nichts zu tun haben. Die Farm, auf der wir in der Namibrand zufällig genächtigt haben, wurde von schwarzen Park-Rangern geführt. Aber auch hier fühlten wir uns eher geduldet. Sie hatten nur wenig Interesse an uns, und es war schwer mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Gestern nun hatten wir Glück auf der Tirasfarm. Hier wohnt eine deutsch sprechende Namibierin, deren Familie seit Generationen hier in Namibia lebt. Obwohl es ihr selbst gerade aufgrund äußerer Umstände nicht so gut geht, hat sie mit uns eine Führung über die Farm gemacht und so konnten wir so einiges erfahren. Das Leben auf einer Rinderfarm ist hart und funktioniert nur, wenn das Farmerehepaar bis zum Schluss körperlich gesund und arbeitsfähig bleibt. Nur vom Kauf und Verkauf von Rindern kann die Farm nicht überleben, deshalb gründete der Farmer zusätzlich ein Viehtransportunternehmen und die Farmerin stieg ins Touristengeschäft (ein Guesthouse und zwei Stellplätze für Camping). Nun ist der Mann vor 1-2 Jahren gestorben und für die Frau ist es fast unmöglich allein die Farm zu halten. Dazu kommt jetzt auch die seit zwei Jahren anhaltende Dürre und wenn es dieses Jahr nicht regnet, werden die Rinder nicht genug Futter finden.

Wir fragen uns, was die Menschen dazu bewegt in so einem harten Land zu leben, so wunderschön die Natur hier auch sein mag. Man muss die Einsamkeit, das einfache Leben und den direkten Bezug zur Natur schon sehr lieben. Und man muss mit weniger zufrieden sein, auch ein höheres Risiko akzeptieren, denn einen doppelten Boden gibt es nicht.

Grüße aus der Heimat

Es ist total schön, wenn wir das ein oder andere von Abschiedsgeschenk aus dem Schrank ziehen, das uns an Freunde und Familie erinnert: der schön beklebte Pappkoffer von Lattemanns ist unser Arzneikoffer geworden, die Safaritaschentücher werden jetzt gerade aufgebraucht (Jochen hat einen Schnupfen), wir würzen unser Essen mit dem selbst gemachten Kräutersalz einer Arbeitskollegin von mir, aus der Gute-Laune-Box von Hartmanns holen wir so ab und zu noch ein paar heimische Haribo, der Honig und die Dosenlyoner aus dem Schwarzwald schmecken auch wunderbar hier in Namibia, einige Schutzengel begleiten uns und Mio trägt mit Stolz ihr Afrika-Shirt von Corinna und Daniel. Auch das Nili (Nilpferd, Abschlussgeschenk vom Gymnata an Mio) ist dabei, einige Schreibblöcke und Tagebücher, ein Erinnerungsbuch, das sich schon etwas füllt, zwei Vorlese-Afrikabücher mit Unterschriften der Fröscheklasse, eine Taschenlampe für Silas und vieles mehr ist dabei. Es ist schön, sich so gut begleitet zu wissen. Vielen Dank!!!!!

Wo gibt es den nächsten Supermarkt?

Wir sind nun seit fast zwei Wochen unterwegs und sind noch an keiner einzigen Einkaufsgelegenheit vorbeigekommen, nicht einmal das kleinste Lädchen, nichts! Zweimal konnten wir Brot kaufen, heute habe ich die Farmersfrau gefragt, ob sie nicht ein bisschen Brot für mich hat, aber das war´s. Und in den nächsten Tagen ist kein Ort oder geschweige denn Städtchen in Sicht, wo wir unseren Lebensmittelvorrat wieder aufstocken könnten. So langsam wird es knapp, aber die Kids nehmen es tapfer, dass es gerade kein Obst und Gemüse gibt. Nur wenn die Spaghetti auch noch ausgehen oder womöglich das Nutella, was machen wir dann?